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Flieger der Woche

Oberleutnant Ernst Flatz

von Thomas Albrich.

Foto: Das interessante Blatt, 25.6.1941, S. 1 (ÖNB ANNO)

Flatz begann im April 1913 seine Pilotenausbildung und erhielt am 8. Juli 1913 das Flugzeugführerdiplom Nr. 117. Fortan wurde er als „Feldpilot für Flugmaschinen“ geführt. Am 20. Juni 1914 war er in Fischamend in Niederösterreich in die bis dahin größte Luftfahrtkatastrophe in Österreich-Ungarn verwickelt, als er mit dem Luftschiff „Körting“ in der Luft kollidierte. Der in Österreich gebaute Lenkballon, der 1911 vom Militär übernommen worden war, hatte eine Länge von 68 Metern. Mit einer Geschwindigkeit von 57 km/h war der militärintern als „M III“ bezeichnete Lenkballon der schnellste und hatte außerdem einen hochmodernen Funktelegrafen an Bord.Quelle

An diesem 20. Juni 1914 stieg Feldpilot Oberleutnant Ernst Flatz mit Fregattenleutnant Wolfgang Puchta als Beobachter mit einem erst kürzlich von der Heeresverwaltung angekauften Farman-Doppeldecker auf, um das Körting-Luftschiff zu verfolgen. Dabei streifte er die Längsseite des “Körting”, des letzten noch einsatzfähigen k.u.k. Luftschiffs, riss die Außenhaut auf, eine Stichflamme stieß hervor, das Luftschiff verwandelte sich in einen Feuerball und stürzte aus 400 Metern Höhe ab.

Nachruf auf Ernst Flatz im Bregenzer Tagblatt vom 23.6.1914, S. 2. (ÖNB ANNO)

Die beiden Flieger und die 7 Besatzungsmitglieder des Luftschiffs fanden den Tod. Das Fremdenblatt schrieb im Nachruf für Flatz:

„Ein tüchtiger Sportsmann auch auf anderen Gebieten, wurde er bald einer unserer tüchtigsten und kühnsten Piloten, den kein Unwetter so leicht abschreckte.“

Fremdenblatt, 21.6.1914, S. 7

Nach 1914 wurden in Österreich-Ungarn keine Lenkballone und Luftschiffe mehr betrieben, die Zeit der Flächenflugzeuge hatte begonnen.


Weitere Informationen zu diesem Unglück finden Sie im Artikel “Körting-Katastrophe” auf Wikipedia, der von Mitgliedern der Interessensgemeinschaft Luftfahrt Fischamend verfasst wurde.