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Flieger der Woche

Oberleutnant Hans Büchele

von Thomas Albrich.

Der Beobachteroffizier Oberleutnant in der Reserve Hans Büchele aus Dornbirn wurde am 24. September 1892 geboren.1 Er war ein guter Skifahrer und Reiter und studierte Maschinenbau mit dem Berufsziel Maschinenbau-Ingenieur. Er hatte die Realschule in Dornbirn mit Matura abgeschlossen und die Einjährig-Freiwilligen-Schule in Steyr absolviert.

Illustrierte Kronenzeitung, 20.8.1919 (ÖNB, ANNO)

Hans Büchele kam am 1. November 1916 zu den Luftfahrtruppen und wurde am 19. Jänner 1917 als ausgebildeter Beobachteroffizier zur Fliegerkompagnie 39 transferiert. Bei dieser neu aufgestellten Fliegerkompagnie, die erst am 3. März 1917 an der Front eintraf, hatte er jedoch die Aufgabe eines für den Transport zuständigen „Bespannungs-Offiziers“, nicht die eines Beobachteroffiziers.2 Büchele absolvierte daher auch keine Feindflüge.

Im April 1917 wurde Hans Büchele zur Fliegerkompagnie 13 an die rumänische Front transferiert. Anlässlich seines Wechsels verfasste sein Kommandant bei der Fliegerkompagnie 39, das Fliegerass Hauptmann Karl Nikitsch, ein großer Sportler und Selbstdarsteller,3 einen wenig schmeichelhaften Bericht. Unter „Dienstliches Verhalten“ hieß es:

„Neigung zur Opposition, gegenüber Vorgesetzten nicht immer achtungsvoll, erteilte Befehle müssen Nachdruck bekommen.“

Unter „außerdienstliches Verhalten und Benehmen“ ist zu lesen: „Gegenüber Kameraden manchmal überhebend. Ansonsten kameradschaftlich“. Büchele sei ein „leicht erregbarer Charakter“ und „gesund“. Abschließend hieß es auf die Frage, ob er eine besondere „Akquisition“ für die Luftfahrtruppen wäre, in Großbuchstaben „NEIN!“4

Bücheles erster Flug war ein Bombenangriff mit zwei 20-kg-Bomben, beim zweiten Flug kam es zu einem Luftkampf mit einem Nieuport-Doppeldecker-Jagdflugzeug.5 Am 20. Juli 1917 wurde er im Luftkampf durch zwei Geschosse verwundet.6 7

Er kehrte nach seiner Verwundung zur Fliegerkompagnie 13 zurück und musste Anfang Oktober 1917 mit seinem Piloten wegen eines Vergaserschadens notlanden.8

Nach dem Ende der Kampfhandlungen gegen Russland flog Hans Büchele am 19. Mai 1918 als Beobachter von Proskurow nach Odessa und zwei Tage später wieder retour. Die Gesamtflugzeit betrug zehn Stunden. Im September 1918 wurde er als Ausbildner der Fliegerersatzkompagnie 12 zugeteilt und nach Kriegsende am 30. November 1918 aus der Luftfahrtruppe entlassen. Hans Büchele starb am 31. Dezember 1976 in Dornbirn.9


[1] Bregenzer Taufbuch 1891–1896, [http://www.vla.findbuch.net], online eingesehen am 15.6.2018.

[2] Hans Büchele, Flik 39, Ergänzungsblatt, Strasshof, 20.2.1917. ÖStA, LFT, Personalakten, Karton 7.

[3] Veinfurter, Das Fliegende Personal, S. 158.

[4] Hauptmann Karl Nikitsch, Beschreibung Johann Büchele, Flik 39, 10.8.1917. Ebd.

[5] Hans Büchele, Flik 13, Verzeichnis über die im Monat April, Juni und Juli 1917 durchgeführten Flüge. Ebd.

[6] Karteikarte. ÖStA, LFT, Offizierskartothek, Karton 1, Büchele Hans.

[7] Veinfurter, Das Fliegende Personal, S. 158.

[8] Verzeichnis über die durchgeführten Feindflüge bei der Flik 13; Hans Büchele, Flik 13, Verzeichnis über die im Monat September, Oktober und November 1917 sowie Jänner 1918 durchgeführten Flüge. ÖSTA, KA, LFT, Karton 7, Personalakten, Bubenik-Chu, Büchele Johann; Robert Veinfurter, Das Fliegende Personal der k.u.k. Fliegerkompagnien im Ersten Weltkrieg (ÖFH Sonderband 34), Wien 2017, S. 71.

[9] Hans Büchele, Flik 13, Verzeichnis über die im Monat Mai 1918 durchgeführten Flüge. ÖStA, LFT, Personalakten, Karton 7; Veinfurter, Das Fliegende Personal, S. 71; Johann Büchele. ÖSTA, KA, LFT, Karton 1, Offizierskartothek (A–F); Hauptgrundbuchblatt. VLA, P 1892-Buch2, Büchele Johann; Bregenzer Taufbuch 1891–1896, [http://www.vla.findbuch.net], online eingesehen am 15.06.2018.

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