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Flieger der Woche

Oberleutnant Jakob Stowasser

von Thomas Albrich.

Kommandant Feldpilot Oberleutnant Jakob Stowasser, geboren 6. Jänner 1891 in Kufstein als Sohn von Wenzel und Lotte Stowasser, war zuständig nach Kufstein. Seine Eltern wohnten während des Ersten Weltkrieges zuerst in der Reichenauerstraße 36 in Innsbruck, danach in der Karmelitergasse 10/II. Er war der ältere Bruder von Josef Stowasser, ebenfalls ein Flieger. Beide Brüder sind laut den Quellen in Kufstein geboren, obwohl das aus den Kufsteiner Taufbüchern nicht hervorgeht. Bei der Musterung 1912 wurde Jakob Stowasser tauglich geschrieben und dem Infanterie-Regiment 73 zugeteilt. Im Laufe des Kriegs diente er bei der Flik 9, 64, 13, 64 und 6 (zugeteilt).[1]

Jakob Stowasser war von der Mobilisierung 1914 bis April 1916 mit dem Infanterie-Regiment 73 im Felde. Am 4. März 1916 wurde er zum Leutnant befördert.[2] Aus dem Meldegrundbuch Innsbruck ist zu entnehmen, dass er am 21. März 1916 von Prag zu seinem Vater Wenzel in die Innsbrucker Reichenau gezogen ist. Am 8. April 1916 wird die Einberufung von Leutnant Jakob Stowasser in die Luftfahrschule bekanntgegeben.[3] Am 8. Mai 1916 wurde seine Ernennung zum Oberleutnant bekannt gegeben.[4] Er kam im Juni 1916 als Beobachteroffizier vom Lehrbataillon zur Flik 9.[5]

Am 5. Oktober 1916 erzielte Oberleutnant Jakob Stowasser seinen ersten Luftsieg als Beobachter bei der Flik 9, die der Deutschen Südarmee in Ostgalizien unterstellt war. Sein Pilot war Zugsführer Franz Németh im Hansa-Brandenburg C.I (64.30). Beim Rückflug von einem Fernaufklärungsflug wurde die Maschine über Litiatyn von einem russischen Voisin-Aufklärer angegriffen. Der Angreifer musste nach Treffern hinter den feindlichen Linien notlanden.[6]

Am 27. November 1916 wurde Oberleutnant Jakob Stowasser für die Pilotenausbildung von der Flik 9 zur Luftfahrersatztruppe versetzt.[7] Am 23. Dezember 1916 erhielt er „für tapferes Verhalten als Flieger vor dem Feinde“ eine „Allerhöchste belobende Anerkennung“.[8] Im Februar 1917 wurde „neuerlich die Allerhöchste belobende Anerkennung für tapferes Verhalten als Flieger vor dem Feinde dem Oberleutnant Jakob Stowasser des Infanterieregiments Nr. 73“ ausgesprochen.[9] Am 12. März 1917 wurde er zum Flugschüler ernannt, am 15. Juni 1917 zwecks Ausbildung auf Kampfdoppeldecker (KD) zur Fliegerersatzkompagnie 8 transferiert. Am 12. Juli 1917 kam er als Offizier-Pilot zur Flik 64 an die albanische Front.[10] Er hatte aber keinen Pilotenschein bekommen![11] Am 30. März 1918 wurde er zum Kommandanten der Flik 64F ernannt. Im Juli 1918 wurde er aus unbekannten Gründen auf drei Wochen zu den Flieger-Ersatztruppen kommandiert. Ab dem 19. August 1918 bis Oktober war er Interimskommandant der Flik 13J. Ab dem 19. August 1918 war bis Oktober als Interimskommandant bei der Flik 13J, absolvierte auch einen Flug bei der Flik 6. Im Oktober 1918 kam er als Kommandant zurück zur Flik 64 und blieb bis Kriegsende.

Von November 1918 bis September 1919 im Flieger Arsenal bei der Elektro Abteilung.[12] Bis 1. Jänner 1919 hatte er eine Gesamtdienstzeit 7 Jahren, war kriegsdiensttauglich und heimatzuständig in Innsbruck.[13]

Sein weiteres Leben nach 1919 ist bislang unerforscht. Sollten Sie Informationen und Hinweise dazu besitzen, dann kontaktieren Sie uns bitte.


[1] Veinfurter, Das Fliegende Personal, S. 332.

[2] Fremden-Blatt, 4.3.1916, S. 13.

[3] Fremden-Blatt, 8.4.1916, S. 3.

[4] Pester Lloyd, 8.5.1916, S. 4.

[5] Veinfurter, Das Fliegende Personal, S. 53.

[6] Meindl, Russische Front 1914-1916, S. 84.

[7] Veinfurter, Das Fliegende Personal, S. 53.

[8] Fremden-Blatt, 23.12.1916, S. 14.

[9] Wiener Zeitung, 9.2.1917, S. 4.

[10] Kommando der k.u.k. Luftfahrtruppen, Karte Stowasser, Jakob. ÖStA, KA, Luftfahrtruppen.

[11] Marcus F. Zelezny, Pilotendiplome des Österreichischen Aero-Clubs, Wien 2019, S. 37.

[12] Veinfurter, Das Fliegende Personal, S. 226 und 332.

[13] Personaldaten 1916, Stowasser, Jakob. ÖStA, KA, Luftfahrtruppen, Personalakt Stowasser, Jakob.

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