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Flieger der Woche

Leutnant Josef Schröder

von Thomas Albrich.

Leutnant Josef Schröder wurde am 3. März 1896 als Sohn des damaligen Oberst Josef Schröder in Imst geboren und war nach Innsbruck zuständig. Er meldete sich nach Abschluss des Oberrealgymnasiums als 19-Jähriger zu den Tiroler Kaiserjägern. Bei seiner Musterung am 13. März 1915 war Schröder Student, ledig, römisch-katholisch, 1.78 groß und sprach nur deutsch. Er wurde dem 1. Regiment der Tiroler Kaiserjäger zugeteilt und bald zum 4. Regiment transferiert. Sein Vater war mittlerweile Oberstleutnant beim Militärkommando Innsbruck. Am 1. April 1915 wurde Schröder jun. zum 4. Tiroler Kaiserjäger-Regiment transferiert und an die Ostfront versetzt, wo er an der Sommeroffensive gegen Russland teilnahm. Später diente er an der Italienfront und kämpfte am Monte Piano, am Isonzo und Pordoi. Während seines Kriegseinsatzes bekam Schröder im Schnitt alle drei bis vier Monate den nächsthöheren Dienstgrad. Am 1. August 1916 wurde er zum Leutnant in der Reserve ernannt.

Als frisch ernannter Offizier meldete sich Schröder zu den Luftfahrtruppen und wurde vom 14. Dezember 1916 bis zum 2. Jänner 1917 zum Luftfahrt-Kurs eingeteilt, danach kam er vom 13. Jänner bis 26. Februar 1917 zur Ausbildung in die Fliegeroffiziersschule (Flosch) nach Wiener Neustadt. Nach Abschluss seines Kurses diente er vom 10. März 1917 bis zum 2. Oktober 1917 als Beobachteroffizier bei der Flik 10. Im Juni 1917 absolvierte er einen Funkkurs, im August erhielt er die Militärverdienstmedaille am Bande des Militärverdienstkreuzes. Während dieser Zeit bekam er am 28. Juli 1917 das Luftfahrerabzeichen auf ein Jahr verliehen. Vom 1. Oktober 1917 bis zum 6. März 1918 war er als Beobachteroffizier bei der Flik 35. Danach kam er zur Pilotenausbildung zu den Fliegerersatztruppen. Seinen Pilotenschein Nr. 2180 erhielt er am 3. Juni 1918. Nach Abschluss seiner Ausbildung am 25. Juli 1918 diente er bis zum 14. September 1918 als Pilot bei der Flik 30. Damit endete seine Fliegerkarriere. An diesem Tag wurde Schröder zu seinem Stammtruppenkörper, den Tiroler Kaiserjägern, zurückbeordert und am 1. November 1918 in den Präsenzstand im Range eines Leutnants übernommen. Am 30. April 1919 wurde er als Leutnant in den Reservestand versetzt.

Für seinen militärischen Einsatz wurde Schröder neben dem bereits erwähnten Luftfahrerabzeichen am 3. September 1917 mit der Bronzenen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet, erhielt eine Allerhöchste Belobigung sowie am 6. September 1917 die Militärverdienstmedaille am Bande. Er erhielt erine weitere belobende Anerkennung „für abermaliges tapferes Verhalten als Flieger vor dem Feinde“ und am 31. Mai 1918 die Silberne-Militärverdienstmedaille am Bande des Militär-Verdienstkreuzes verliehen.

Nach seinem Ausscheiden aus dem Militärdienst wurde er im Jänner 1920 Gründungsmitglied des Tiroler Fliegerverbandes und übte die Funktion eines 2. Schriftführers aus. Er studierte dann an der Technischen Hochschule in Wien, musst aber aus finanziellen Gründen sein Studium aufgeben. Am 23. November 1923 trat er in die Dienste des Landesverkehrsamtes für Tirol, das ihm kaufmännische Angelegenheiten des damaligen Propagandabüros, der heutigen Tiroler Verkehrswerbung, übertrug. In kürzester Zeit arbeitete sich Schröder so gut ein und erwarb sich derart umfassende Kenntnisse im Druckerei- und Verlagswesen sowie in der Bildkunst, dass ihm die selbständige Herausgabe der für den Tiroler Fremdenverkehr überaus wichtigen Werbeschriften, Hotelbücher, Kartenwerke und die regelmäßig erscheinenden repräsentativen Bildwerke Tyrol anvertraut wurden. 1928 wurde ihm die Führung der Tiroler Verkehrswerbung als Direktor offiziell übergeben. Er behielt seine Funktion – außer in der NS-Zeit – bis zu seiner Pensionierung 1962.